EU-Recht

Seit 1.9.2013 ist die neue Biozid-Verordnung (EU) Nr. 528/2012 in Deutschland anzuwenden. Danach dürfen Biozidprodukte nur biozide Wirkstoffe enthalten, die in der Unionsliste der genehmigten Biozid-Wirkstoffe („Positivliste“) enthalten sind. Zur wirksamen Bekämpfung von Nagetieren (Ratten/ Mäuse) kommen zum Großteil Rodentizide mit blutgerinnungshemmenden Wirkstoffen, sog. Antikoagulanzien, zum Einsatz. Die professionelle Schädlingsbekämpfung nutzt die hochwirksamen Antikoagulanzien der 1. und 2. Generation. Für die erkennt die EU im Rahmen der Wirkstoffbewertung hohe Risiken. Sie gehören zu den PBT-Stoffen: Sie sind sehr schlecht abbaubar, also persistent (P), sie bioakumulieren (B), d.h. sie reichern sich in Organismen und damit in der Nahrungskette an und sie sind toxisch (T) für Mensch und Umwelt. Es bestehe die Gefahr, dass auch andere Tiere (z.B. Wildtiere) von den Ködern fressen und so ebenfalls vergiftet werden (Primärvergiftung) oder dass vergiftete Nager von anderen Tieren gefressen werden (Sekundärvergiftung).

Laut EU gehören sie daher „eigentlich“ nicht auf die Positivliste. Unter bestimmten Voraussetzungen werden sie dennoch freigegeben, aber es gilt: Es „sind geeignete Risikominderungsmaßnahmen zu treffen, um sicherzustellen, dass die Wirkstoffexposition von Menschen, Tieren und Umwelt auf ein Mindestmaß beschränkt wird.“